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Summen und Produkte

Sigma und Pi lesen, umformen, mit Summenformeln rechnen sowie Fakultät und Binomialkoeffizient beherrschen.

Voraussetzungen: Potenzen sowie arithmetische und geometrische Folgen.

Das kannst du danach

  • Summen und Produkte ausschreiben und aus Mustern selbst bilden
  • Indizes korrekt verschieben
  • Doppel- und Dreifachsummen von innen nach außen auswerten
  • Arithmetische und geometrische Summen anwenden
  • Mit Fakultät und Binomialkoeffizient rechnen und einfache Beweise führen
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1. Das Summenzeichen lesen

∑k=mnak=am+am+1+⋯+an.\sum_{k=m}^{n}a_k=a_m+a_{m+1}+\dots+a_n.
  • kk ist der Laufindex, mm die untere, nn die obere Grenze.
  • Der Index läuft in Einerschritten von mm bis nn. Für jeden Wert setzt du ihn in den Summanden ein.
  • Anzahl der Summanden: n−m+1n-m+1.
  • Der Name des Index ist egal: ∑k=13k=∑i=13i\sum_{k=1}^{3}k=\sum_{i=1}^{3}i.

Beispiel

∑k=25k2=22+32+42+52=4+9+16+25=54.\sum_{k=2}^{5}k^2=2^2+3^2+4^2+5^2=4+9+16+25=54.

Kommt der Index im Summanden gar nicht vor, wird derselbe Wert in jedem Schritt addiert:

∑k=143=3+3+3+3=12,∑i=2024x3=5x3.\sum_{k=1}^{4}3=3+3+3+3=12,\qquad \sum_{i=20}^{24}x^3=5x^3.

Nur die Variable, die unter dem Σ steht, wird eingesetzt. Andere Buchstaben wie xx bleiben stehen.

Vorzeichen mit (−1)k(-1)^k

(−1)k(-1)^k ist +1+1 für gerades kk und −1-1 für ungerades kk. So entstehen alternierende Summen:

∑k=14(−1)kk=−1+2−3+4=2.\sum_{k=1}^{4}(-1)^k k=-1+2-3+4=2.

Setze bei Ausdrücken wie (−1)k+1(k−3)(-1)^{k+1}(k-3) jeden Index einzeln ein und schreibe eine kleine Tabelle. Ein Summand kann auch 00 werden.

2. Rechenregeln für Summen

∑k=mnc ak=c∑k=mnak,∑k=mn(ak+bk)=∑k=mnak+∑k=mnbk,∑k=mnc=(n−m+1) c.\sum_{k=m}^{n}c\,a_k=c\sum_{k=m}^{n}a_k,\qquad \sum_{k=m}^{n}(a_k+b_k)=\sum_{k=m}^{n}a_k+\sum_{k=m}^{n}b_k,\qquad \sum_{k=m}^{n}c=(n-m+1)\,c.

Du darfst eine Summe auch aufteilen: ∑k=110ak=∑k=14ak+∑k=510ak\sum_{k=1}^{10}a_k=\sum_{k=1}^{4}a_k+\sum_{k=5}^{10}a_k.

Beispiel

∑k=15(2k+1)=2∑k=15k+∑k=151=2⋅15+5=35.\sum_{k=1}^{5}(2k+1)=2\sum_{k=1}^{5}k+\sum_{k=1}^{5}1=2\cdot15+5=35.

Im Allgemeinen gilt ∑akbk≠(∑ak)(∑bk)\sum a_kb_k\ne\left(\sum a_k\right)\left(\sum b_k\right) und ∑ak2≠(∑ak)2\sum a_k^2\ne\left(\sum a_k\right)^2.

3. Wichtige Summenformeln

SummeFormelBeispiel
∑k=1nk\sum_{k=1}^{n}k (Gauß)n(n+1)2\frac{n(n+1)}{2}1+⋯+100=50501+\dots+100=5050
∑k=1nk2\sum_{k=1}^{n}k^2n(n+1)(2n+1)6\frac{n(n+1)(2n+1)}{6}1+4+9+16=301+4+9+16=30
∑k=1nk3\sum_{k=1}^{n}k^3(n(n+1)2)2\left(\frac{n(n+1)}{2}\right)^21+8+27=36=621+8+27=36=6^2
∑k=0n−1qk\sum_{k=0}^{n-1}q^k, q≠1q\ne11−qn1−q=qn−1q−1\frac{1-q^n}{1-q}=\frac{q^n-1}{q-1}1+2+4+8=151+2+4+8=15

Arithmetische Summe (konstante Differenz): S=Anzahl⋅erster+letzter2S=\text{Anzahl}\cdot\frac{\text{erster}+\text{letzter}}{2}.

Geometrische Summe (konstanter Faktor qq), wenn sie nicht bei q0q^0 beginnt:

S=erster Summand⋅1−qN1−q,N=Anzahl der Summanden.S=\text{erster Summand}\cdot\frac{1-q^{N}}{1-q},\qquad N=\text{Anzahl der Summanden}.

Beispiel

∑k=362k=23⋅1−241−2=8⋅15=120(Kontrolle: 8+16+32+64=120).\sum_{k=3}^{6}2^k=2^3\cdot\frac{1-2^{4}}{1-2}=8\cdot15=120 \quad(\text{Kontrolle: }8+16+32+64=120). ∑k=2113(12)k=3⋅14⏟erster⋅1−(12)101−12=32(1−2−10).\sum_{k=2}^{11}3\left(\tfrac12\right)^k =\underbrace{3\cdot\tfrac14}_{\text{erster}}\cdot\frac{1-\left(\frac12\right)^{10}}{1-\frac12} =\tfrac32\left(1-2^{-10}\right).

Fehlerquelle Nr. 1: die Anzahl der Summanden. Von k=4k=4 bis k=27k=27 sind es 27−4+1=2427-4+1=24, nicht 2323.

4. Eine Summe selbst aufstellen

Um a1+a2+…a_1+a_2+\dots als ∑\sum zu schreiben, suchst du eine Formel aka_k für das kk-te Glied.

Rezept

  1. Differenzen benachbarter Glieder ansehen. Konstant ⇒ arithmetisch: ak=dk+ca_k=dk+c.
  2. Quotienten ansehen. Konstant ⇒ geometrisch: ak=c⋅qka_k=c\cdot q^k.
  3. Bekannte Zahlenfolgen erkennen (Tabelle unten).
  4. Vorzeichen getrennt behandeln: (−1)k(-1)^k oder (−1)k+1(-1)^{k+1}.
  5. Grenzen wählen und mit dem ersten und letzten Glied kontrollieren.
GliederFormel
1,2,3,4,…1,2,3,4,\dotskk
2,4,6,8,…2,4,6,8,\dots2k2k
1,3,5,7,…1,3,5,7,\dots2k−12k-1
3,7,11,15,…3,7,11,15,\dots (Differenz 4)4k−14k-1
1,4,9,16,…1,4,9,16,\dotsk2k^2
1,8,27,64,…1,8,27,64,\dotsk3k^3
2,5,10,17,…2,5,10,17,\dotsk2+1k^2+1
3,9,27,…3,9,27,\dots3k3^k
1,12,13,…1,\frac12,\frac13,\dots1k\frac1k
+,−,+,−,…+,-,+,-,\dots beginnend mit ++ bei k=1k=1(−1)k+1(-1)^{k+1}
−,+,−,+,…-,+,-,+,\dots beginnend mit −- bei k=1k=1(−1)k(-1)^{k}

Beispiele

3+7+11+15+19=∑k=15(4k−1).3+7+11+15+19=\sum_{k=1}^{5}(4k-1).

Differenz 44 ⇒ 4k+c4k+c. Für k=1k=1 soll 33 herauskommen, also c=−1c=-1.

19+13+1+3+9=∑k=−223k.\tfrac19+\tfrac13+1+3+9=\sum_{k=-2}^{2}3^k.

Grenzen dürfen negativ sein. 3−2=193^{-2}=\frac19.

5−10+15−20+25=∑k=15(−1)k+1⋅5k.5-10+15-20+25=\sum_{k=1}^{5}(-1)^{k+1}\cdot5k. 3x+9x2+27x3=∑k=133kxk=∑k=13(3x)k.3x+9x^2+27x^3=\sum_{k=1}^{3}3^kx^k=\sum_{k=1}^{3}(3x)^k.

Es gibt fast immer mehrere richtige Antworten. ∑k=15(4k−1)\sum_{k=1}^{5}(4k-1) und ∑k=04(4k+3)\sum_{k=0}^{4}(4k+3) erzeugen dieselben Summanden. Die Reihenfolge der Summanden ist egal: 14+13+12+1=∑k=141k\frac14+\frac13+\frac12+1=\sum_{k=1}^{4}\frac1k.

5. Indexverschiebung

Du kannst den Startwert des Index ändern, ohne den Wert der Summe zu ändern:

∑k=mnak=∑k=m−sn−sak+s.\sum_{k=m}^{n}a_k=\sum_{k=m-s}^{n-s}a_{k+s}.

Merksatz: Senkst du beide Grenzen um ss, dann ersetzt du im Summanden jedes kk durch k+sk+s. Erhöhst du die Grenzen, ersetzt du kk durch k−sk-s.

Beispiel 1: Start bei 00 statt bei 22

∑k=2nk+12k=∑k=0n−2(k+2)+12k+2=∑k=0n−2k+32k+2.\sum_{k=2}^{n}\frac{k+1}{2^{k}} =\sum_{k=0}^{n-2}\frac{(k+2)+1}{2^{k+2}} =\sum_{k=0}^{n-2}\frac{k+3}{2^{k+2}}.

Kontrolle: Der erste Summand ist links bei k=2k=2 und rechts bei k=0k=0 jeweils 34\frac34.

Beispiel 2: Der Summand ist vorgegeben

Aus ∏l=25l+1l\prod_{l=2}^{5}\frac{l+1}{l} soll ∏l+4…\prod\frac{l+4}{\dots} werden. Damit l+1l+1 zu l+4l+4 wird, ersetzt du ll durch l+3l+3. Die Grenzen sinken um 33:

∏l=25l+1l=∏l=−12l+4l+3.\prod_{l=2}^{5}\frac{l+1}{l}=\prod_{l=-1}^{2}\frac{l+4}{l+3}.

Dasselbe Verfahren funktioniert für ∑\sum und ∏\prod.

6. Das Produktzeichen Π

∏k=mnak=am⋅am+1⋯an.\prod_{k=m}^{n}a_k=a_m\cdot a_{m+1}\cdots a_n.

Regeln

  • Konstanter Faktor: ∏k=mnc=c n−m+1\prod_{k=m}^{n}c=c^{\,n-m+1}, nicht cc und nicht (n−m+1)c(n-m+1)c.
  • Faktor herausziehen: ∏k=1nc ak=cn∏k=1nak\prod_{k=1}^{n}c\,a_k=c^n\prod_{k=1}^{n}a_k.
  • Potenzen gleicher Basis: ∏k=mnak=a m+(m+1)+⋯+n\prod_{k=m}^{n}a^{k}=a^{\,m+(m+1)+\dots+n}. Exponenten addieren!
  • Ist ein Faktor 00, dann ist das ganze Produkt 00. Prüfe deshalb den ersten Index, zum Beispiel k=0k=0.
  • Vorzeichen: Das Produkt ist negativ, wenn eine ungerade Anzahl von Faktoren negativ ist.

Beispiele

∏k=14(k+1)=2⋅3⋅4⋅5=120,∏k=132x=(2x)3=8x3.\prod_{k=1}^{4}(k+1)=2\cdot3\cdot4\cdot5=120,\qquad \prod_{k=1}^{3}2x=(2x)^3=8x^3. ∏k=−24ak=a−2−1+0+1+2+3+4=a7,∏k=1n5k=5n(n+1)2.\prod_{k=-2}^{4}a^k=a^{-2-1+0+1+2+3+4}=a^{7},\qquad \prod_{k=1}^{n}5^k=5^{\frac{n(n+1)}{2}}. ∏k=14(2k−5)=(−3)(−1)⋅1⋅3=9(zwei negative Faktoren).\prod_{k=1}^{4}(2k-5)=(-3)(-1)\cdot1\cdot3=9\quad(\text{zwei negative Faktoren}).

Leeres Produkt (obere Grenze kleiner als untere): 11. Leere Summe: 00.

7. Fakultät

n!=∏k=1nk=1⋅2⋅3⋯n,0!=1.n!=\prod_{k=1}^{n}k=1\cdot2\cdot3\cdots n,\qquad0!=1.
nn01234567
n!n!1126241207205040

Rekursion: n!=n⋅(n−1)!n!=n\cdot(n-1)!. Mit dieser Formel kannst du kürzen:

7!4!=1⋅2⋅3⋅4⋅5⋅6⋅71⋅2⋅3⋅4=5⋅6⋅7=210.\frac{7!}{4!}=\frac{1\cdot2\cdot3\cdot4\cdot5\cdot6\cdot7}{1\cdot2\cdot3\cdot4}=5\cdot6\cdot7=210.

Allgemein für k≤nk\le n:

n!k!=∏i=k+1ni=(k+1)(k+2)⋯n,n!(n−k)!=∏i=n−k+1ni (die k gro¨ßten Faktoren).\frac{n!}{k!}=\prod_{i=k+1}^{n}i=(k+1)(k+2)\cdots n, \qquad \frac{n!}{(n-k)!}=\prod_{i=n-k+1}^{n}i \ (\text{die }k\text{ größten Faktoren}).

Die Fakultät bindet stärker als Punktrechnung: 2n!=2⋅(n!)2n!=2\cdot(n!), aber (2n)!=1⋅2⋯(2n)(2n)!=1\cdot2\cdots(2n). Beispiel n=3n=3: 2⋅3!=122\cdot3!=12, aber 6!=7206!=720.

Beim Umformen oft nützlich: (k+1)!=(k+1)⋅k!(k+1)!=(k+1)\cdot k! und (n−k)!=(n−k)⋅(n−k−1)!(n-k)!=(n-k)\cdot(n-k-1)!.

8. Binomialkoeffizient

(nk)=n!k! (n−k)!(0≤k≤n),gelesen: „n u¨ber k“.\binom{n}{k}=\frac{n!}{k!\,(n-k)!}\qquad(0\le k\le n), \quad\text{gelesen: „}n\text{ über }k\text{“}.

(nk)\binom nk zählt, wie viele Möglichkeiten es gibt, kk Elemente aus nn auszuwählen, ohne Reihenfolge.

Schnell rechnen: Oben stehen kk Faktoren, die bei nn beginnen und abwärts laufen. Unten steht k!k!:

(73)=7⋅6⋅53⋅2⋅1=35,(102)=10⋅92=45.\binom{7}{3}=\frac{7\cdot6\cdot5}{3\cdot2\cdot1}=35,\qquad \binom{10}{2}=\frac{10\cdot9}{2}=45.

Sonderfälle

(n0)=(nn)=1,(n1)=n,(n2)=n(n−1)2.\binom n0=\binom nn=1,\qquad\binom n1=n,\qquad\binom n2=\frac{n(n-1)}{2}.

Rechenregeln

RegelFormel
Symmetrie(nn−k)=(nk)\binom{n}{n-k}=\binom nk
Additionssatz (Pascal)(nk)+(nk+1)=(n+1k+1)\binom nk+\binom n{k+1}=\binom{n+1}{k+1}
Binomischer Lehrsatz(a+b)n=∑k=0n(nk)akbn−k(a+b)^n=\sum_{k=0}^{n}\binom nk a^kb^{n-k}
Zeilensumme∑k=0n(nk)=2n\sum_{k=0}^{n}\binom nk=2^n

Pascalsches Dreieck: Jede Zahl ist die Summe der beiden Zahlen darüber. Das ist genau der Additionssatz.

11112113311464115101051\begin{array}{c} 1\\ 1\quad1\\ 1\quad2\quad1\\ 1\quad3\quad3\quad1\\ 1\quad4\quad6\quad4\quad1\\ 1\quad5\quad10\quad10\quad5\quad1 \end{array}

Zeile nn enthält (n0),…,(nn)\binom n0,\dots,\binom nn. Ihre Summe ist 2n2^n, zum Beispiel 1+4+6+4+1=161+4+6+4+1=16.

Beispiel: Symmetrie nutzen

(nn−3)=(n3),zum Beispiel(85)=(83)=8⋅7⋅66=56.\binom{n}{n-3}=\binom n3,\quad\text{zum Beispiel}\quad\binom{8}{5}=\binom83=\frac{8\cdot7\cdot6}{6}=56.

Beispiel: Binomialkoeffizient geteilt durch Fakultät

(n2)n!=n!2! (n−2)! n!=12 (n−2)!.\frac{\binom n2}{n!}=\frac{n!}{2!\,(n-2)!\,n!}=\frac{1}{2\,(n-2)!}.

9. Beweise mit Fakultäten führen

Identitäten wie Symmetrie, Additionssatz oder (nm)(mr)=(nr)(n−rm−r)\binom nm\binom mr=\binom nr\binom{n-r}{m-r} beweist du nach demselben Muster:

  1. Jeden Binomialkoeffizienten mit der Definition n!k!(n−k)!\frac{n!}{k!(n-k)!} ausschreiben.
  2. Die Argumente in den unteren Fakultäten vereinfachen, zum Beispiel n−(n−k)=kn-(n-k)=k.
  3. Bei Produkten: gleiche Fakultäten in Zähler und Nenner kürzen.
  4. Bei Summen: Hauptnenner bilden. Dazu Fakultäten mit (k+1)!=(k+1)⋅k!(k+1)!=(k+1)\cdot k! »auffüllen«.
  5. Linke und rechte Seite getrennt umformen, bis beide gleich aussehen.

Musterbeweis: Symmetrie

(nn−k)=n!(n−k)! (n−(n−k))!=n!(n−k)! k!=(nk). □\binom{n}{n-k}=\frac{n!}{(n-k)!\,\bigl(n-(n-k)\bigr)!}=\frac{n!}{(n-k)!\,k!}=\binom nk.\ \square

Musterbeweis: ∑k=0n(nk)=2n\sum_{k=0}^{n}\binom nk=2^n

Setze im binomischen Lehrsatz a=b=1a=b=1:

2n=(1+1)n=∑k=0n(nk)1k1n−k=∑k=0n(nk). □2^n=(1+1)^n=\sum_{k=0}^{n}\binom nk1^k1^{n-k}=\sum_{k=0}^{n}\binom nk.\ \square

Idee für den Additionssatz

n!k! (n−k)!+n!(k+1)! (n−k−1)!.\frac{n!}{k!\,(n-k)!}+\frac{n!}{(k+1)!\,(n-k-1)!}.

Der Hauptnenner ist (k+1)! (n−k)!(k+1)!\,(n-k)!. Den ersten Bruch erweiterst du mit (k+1)(k+1), den zweiten mit (n−k)(n-k). Im Zähler steht dann n! ((k+1)+(n−k))=n! (n+1)=(n+1)!n!\,\bigl((k+1)+(n-k)\bigr)=n!\,(n+1)=(n+1)!.

10. Doppel- und Mehrfachsummen

∑i=12∑j=13aij=(a11+a12+a13)⏟i=1+(a21+a22+a23)⏟i=2.\sum_{i=1}^{2}\sum_{j=1}^{3}a_{ij}=\underbrace{(a_{11}+a_{12}+a_{13})}_{i=1}+\underbrace{(a_{21}+a_{22}+a_{23})}_{i=2}.

Von innen nach außen: Halte den äußeren Index fest, berechne die innere Summe und summiere dann außen.

Drei Abkürzungen

1. Feste Grenzen und Produkt aus zwei Teilen: Die Summe zerfällt.

∑i=13∑j=12i j=(∑i=13i)(∑j=12j)=6⋅3=18.\sum_{i=1}^{3}\sum_{j=1}^{2}i\,j=\Bigl(\sum_{i=1}^{3}i\Bigr)\Bigl(\sum_{j=1}^{2}j\Bigr)=6\cdot3=18.

2. Der Summand hängt nicht vom inneren Index ab: Die innere Summe liefert nur den Faktor »Anzahl«.

∑k=13∑j=1kk2=∑k=13k⋅k2=1+8+27=36.\sum_{k=1}^{3}\sum_{j=1}^{k}k^2=\sum_{k=1}^{3}k\cdot k^2=1+8+27=36.

3. Symmetrische Grenzen: Positive und negative Werte heben sich auf, also ∑i=−kki=0\sum_{i=-k}^{k}i=0. Die Anzahl der Summanden ist 2k+12k+1.

∑i=−22(3i+1)=3⋅0+5⋅1=5.\sum_{i=-2}^{2}(3i+1)=3\cdot0+5\cdot1=5.

Beispiel mit abhängiger Grenze

Die innere Grenze hängt vom äußeren Index ab. Also rechnest du Schritt für Schritt:

∑i=13∑k=1ik=1⏟i=1+(1+2)⏟i=2+(1+2+3)⏟i=3=10.\sum_{i=1}^{3}\sum_{k=1}^{i}k =\underbrace{1}_{i=1}+\underbrace{(1+2)}_{i=2}+\underbrace{(1+2+3)}_{i=3}=10.

Bei drei Summen gehst du genauso vor. Stelle zuerst fest, welcher Index im Summanden vorkommt. Summen über Indizes, die im Summanden fehlen, werden zu Faktoren.

Bei ∑k∑j=1k∑i=k4(… )\sum_{k}\sum_{j=1}^{k}\sum_{i=k}^{4}(\dots) hat die innerste Summe 4−k+14-k+1 Summanden und die mittlere kk Summanden.

Ein Produkt mit einer Variablen als Grenze behandelst du genauso:

∏j=1n2aj=2n⋅a1+2+⋯+n=2nan(n+1)2.\prod_{j=1}^{n}2a^j=2^n\cdot a^{1+2+\dots+n}=2^n a^{\frac{n(n+1)}2}.

11. Teleskopsummen und unendliche Reihen

Beim Ausschreiben heben sich viele Terme auf:

∑k=1n(1k−1k+1)=1−1n+1,∏k=1nk+1k=21⋅32⋯n+1n=n+1.\sum_{k=1}^{n}\left(\frac1k-\frac1{k+1}\right)=1-\frac1{n+1},\qquad \prod_{k=1}^{n}\frac{k+1}{k}=\frac21\cdot\frac32\cdots\frac{n+1}{n}=n+1.

Eine unendliche Reihe ist der Grenzwert ihrer Teilsummen. Für ∣q∣<1|q|<1 gilt:

∑k=0∞qk=11−q,zum Beispiel 1+12+14+⋯=2.\sum_{k=0}^{\infty}q^k=\frac1{1-q},\qquad\text{zum Beispiel }1+\tfrac12+\tfrac14+\dots=2.

Die Bedingung ∣q∣<1|q|<1 gehört zur Formel.

12. Checkliste vor der Abgabe

  • Anzahl der Summanden: obere Grenze − untere Grenze + 1.
  • Beginnt der Index bei 00? Dann ist x0=1x^0=1 und 2⋅0=02\cdot0=0. Ein Faktor 00 macht ein Produkt zu 00.
  • Konstanten: In einer Summe mit NN Summanden ergibt cc insgesamt NcNc. In einem Produkt mit NN Faktoren ergibt cc insgesamt cNc^N.
  • Potenzen im Produkt: Exponenten addieren, zum Beispiel mit der Gauß-Formel.
  • Vorzeichen bei (−1)k(-1)^k für jeden Index prüfen, am besten mit einer Tabelle.
  • 2n!≠(2n)!2n!\ne(2n)!.
  • Nach einer Indexverschiebung den ersten Summanden auf beiden Seiten vergleichen.

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