Es gibt fast immer mehrere richtige Antworten. ∑k=15(4k−1) und ∑k=04(4k+3) erzeugen dieselben Summanden. Die Reihenfolge der Summanden ist egal: 41+31+21+1=∑k=14k1.
5. Indexverschiebung
Du kannst den Startwert des Index ändern, ohne den Wert der Summe zu ändern:
k=m∑nak=k=m−s∑n−sak+s.
Merksatz: Senkst du beide Grenzen um s, dann ersetzt du im Summanden jedes k durch k+s. Erhöhst du die Grenzen, ersetzt du k durch k−s.
Leeres Produkt (obere Grenze kleiner als untere): 1. Leere Summe: 0.
7. Fakultät
n!=k=1∏nk=1⋅2⋅3⋯n,0!=1.
n
0
1
2
3
4
5
6
7
n!
1
1
2
6
24
120
720
5040
Rekursion:n!=n⋅(n−1)!. Mit dieser Formel kannst du kürzen:
4!7!=1⋅2⋅3⋅41⋅2⋅3⋅4⋅5⋅6⋅7=5⋅6⋅7=210.
Allgemein für k≤n:
k!n!=i=k+1∏ni=(k+1)(k+2)⋯n,(n−k)!n!=i=n−k+1∏ni(die k gro¨ßten Faktoren).
Die Fakultät bindet stärker als Punktrechnung: 2n!=2⋅(n!), aber (2n)!=1⋅2⋯(2n). Beispiel n=3: 2⋅3!=12, aber 6!=720.
Beim Umformen oft nützlich: (k+1)!=(k+1)⋅k! und (n−k)!=(n−k)⋅(n−k−1)!.
8. Binomialkoeffizient
(kn)=k!(n−k)!n!(0≤k≤n),gelesen: „nu¨ber k“.
(kn) zählt, wie viele Möglichkeiten es gibt, k Elemente aus n auszuwählen, ohne Reihenfolge.
Schnell rechnen: Oben stehen k Faktoren, die bei n beginnen und abwärts laufen. Unten steht k!:
(37)=3⋅2⋅17⋅6⋅5=35,(210)=210⋅9=45.
Sonderfälle
(0n)=(nn)=1,(1n)=n,(2n)=2n(n−1).
Rechenregeln
Regel
Formel
Symmetrie
(n−kn)=(kn)
Additionssatz (Pascal)
(kn)+(k+1n)=(k+1n+1)
Binomischer Lehrsatz
(a+b)n=∑k=0n(kn)akbn−k
Zeilensumme
∑k=0n(kn)=2n
Pascalsches Dreieck: Jede Zahl ist die Summe der beiden Zahlen darüber. Das ist genau der Additionssatz.
11112113311464115101051
Zeile n enthält (0n),…,(nn). Ihre Summe ist 2n, zum Beispiel 1+4+6+4+1=16.
Beispiel: Symmetrie nutzen
(n−3n)=(3n),zum Beispiel(58)=(38)=68⋅7⋅6=56.
Beispiel: Binomialkoeffizient geteilt durch Fakultät
n!(2n)=2!(n−2)!n!n!=2(n−2)!1.
9. Beweise mit Fakultäten führen
Identitäten wie Symmetrie, Additionssatz oder (mn)(rm)=(rn)(m−rn−r) beweist du nach demselben Muster:
Jeden Binomialkoeffizienten mit der Definition k!(n−k)!n! ausschreiben.
Die Argumente in den unteren Fakultäten vereinfachen, zum Beispiel n−(n−k)=k.
Bei Produkten: gleiche Fakultäten in Zähler und Nenner kürzen.
Bei Summen: Hauptnenner bilden. Dazu Fakultäten mit (k+1)!=(k+1)⋅k! »auffüllen«.
Linke und rechte Seite getrennt umformen, bis beide gleich aussehen.
Musterbeweis: Symmetrie
(n−kn)=(n−k)!(n−(n−k))!n!=(n−k)!k!n!=(kn).□
Musterbeweis: ∑k=0n(kn)=2n
Setze im binomischen Lehrsatz a=b=1:
2n=(1+1)n=k=0∑n(kn)1k1n−k=k=0∑n(kn).□
Idee für den Additionssatz
k!(n−k)!n!+(k+1)!(n−k−1)!n!.
Der Hauptnenner ist (k+1)!(n−k)!. Den ersten Bruch erweiterst du mit (k+1), den zweiten mit (n−k). Im Zähler steht dann n!((k+1)+(n−k))=n!(n+1)=(n+1)!.
Von innen nach außen: Halte den äußeren Index fest, berechne die innere Summe und summiere dann außen.
Drei Abkürzungen
1. Feste Grenzen und Produkt aus zwei Teilen: Die Summe zerfällt.
i=1∑3j=1∑2ij=(i=1∑3i)(j=1∑2j)=6⋅3=18.
2. Der Summand hängt nicht vom inneren Index ab: Die innere Summe liefert nur den Faktor »Anzahl«.
k=1∑3j=1∑kk2=k=1∑3k⋅k2=1+8+27=36.
3. Symmetrische Grenzen: Positive und negative Werte heben sich auf, also ∑i=−kki=0. Die Anzahl der Summanden ist 2k+1.
i=−2∑2(3i+1)=3⋅0+5⋅1=5.
Beispiel mit abhängiger Grenze
Die innere Grenze hängt vom äußeren Index ab. Also rechnest du Schritt für Schritt:
i=1∑3k=1∑ik=i=11+i=2(1+2)+i=3(1+2+3)=10.
Bei drei Summen gehst du genauso vor. Stelle zuerst fest, welcher Index im Summanden vorkommt. Summen über Indizes, die im Summanden fehlen, werden zu Faktoren.
Bei ∑k∑j=1k∑i=k4(…) hat die innerste Summe 4−k+1 Summanden und die mittlere k Summanden.
Ein Produkt mit einer Variablen als Grenze behandelst du genauso:
Themen und Dateinamen aus Moodle, geprüft am 06.09.2026. Die Lerntexte und das Training hier wurden ergänzend erstellt und sind keine offizielle Musterprüfung.
Übungsblatt 5 - Summen- und Produktzeichen, Fakultät und Binomialkoeffizient.pdf