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Differenzialrechnung

Ableitungen verstehen und Regeln bis zur Leibnizformel anwenden.

Voraussetzungen: Funktionen, Potenzen, Brüche und Grenzwerte.

Das kannst du danach

  • Ableitung als lokale Änderungsrate erklären
  • Produkt-, Quotienten- und Kettenregel auswählen
  • Tangenten, höhere Ableitungen und Leibnizregel berechnen
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1. Was bedeutet die Ableitung?

Die Sekantensteigung misst eine mittlere Änderung. Ihr Grenzwert liefert die lokale Änderung:

f′(x)=lim⁡h→0f(x+h)−f(x)h.f'(x)=\lim_{h\to0}\frac{f(x+h)-f(x)}h.

Für f(x)=x2f(x)=x^2:

(x+h)2−x2h=2x+h⟶2x.\frac{(x+h)^2-x^2}{h}=2x+h\longrightarrow2x.

Die Tangente bei x0x_0 lautet

y=f(x0)+f′(x0)(x−x0).y=f(x_0)+f'(x_0)(x-x_0).

Bei x0=3x_0=3 erhältst du y=9+6(x−3)=6x−9y=9+6(x-3)=6x-9.

2. Grundregeln

FunktionAbleitung
cc00
xrx^rrxr−1rx^{r-1} auf dem jeweiligen Definitionsbereich
exe^xexe^x
ln⁡x\ln x1/x1/x für x>0x>0
sin⁡x\sin xcos⁡x\cos x
cos⁡x\cos x−sin⁡x-\sin x

Trigonometrische Ableitungen verwenden Winkel im Bogenmaß.

Summen und konstante Faktoren bleiben getrennt:

(af+bg)′=af′+bg′.(af+bg)'=af'+bg'.

Beispiel

f(x)=3x4−2x+7⇒f′(x)=12x3−2.f(x)=3x^4-2x+7\quad\Rightarrow\quad f'(x)=12x^3-2.

3. Produktregel

(uv)′=u′v+uv′.(uv)'=u'v+uv'.

Bei f(x)=x2exf(x)=x^2e^x:

f′(x)=2xex+x2ex=(2x+x2)ex.f'(x)=2xe^x+x^2e^x=(2x+x^2)e^x.

Nicht einfach beide Faktoren ableiten und multiplizieren.

4. Quotientenregel

(uv)′=u′v−uv′v2(v≠0).\left(\frac uv\right)'=\frac{u'v-uv'}{v^2}\qquad(v\ne0).

Beispiel

(x+1x−1)′=(x−1)−(x+1)(x−1)2=−2(x−1)2.\left(\frac{x+1}{x-1}\right)' =\frac{(x-1)-(x+1)}{(x-1)^2} =-\frac2{(x-1)^2}.

Achte auf das Minus im Zähler und den quadrierten Nenner.

5. Kettenregel

Äußere Ableitung, innere Funktion beibehalten, mal innere Ableitung:

(g(u(x)))′=g′(u(x))u′(x).(g(u(x)))'=g'(u(x))u'(x). ((3x+1)4)′=4(3x+1)3⋅3.\bigl((3x+1)^4\bigr)'=4(3x+1)^3\cdot3. (ln⁡(2x+1))′=22x+1,(e−2x)′=−2e−2x.\bigl(\ln(2x+1)\bigr)'=\frac2{2x+1},\qquad (e^{-2x})'=-2e^{-2x}.

Bei verschachtelten Funktionen arbeitest du von außen nach innen.

6. Höhere Ableitungen und Leibnizregel

f(n)f^{(n)} bezeichnet die nn-te Ableitung; f(0)=ff^{(0)}=f.

(uv)(n)=∑k=0n(nk)u(k)v(n−k),(nk)=n!k!(n−k)!.(uv)^{(n)} =\sum_{k=0}^{n}\binom nk u^{(k)}v^{(n-k)}, \qquad \binom nk=\frac{n!}{k!(n-k)!}.

Für n=2n=2:

(uv)′′=u′′v+2u′v′+uv′′.(uv)''=u''v+2u'v'+uv''.

Beispiel

Für f(x)=x2exf(x)=x^2e^x verschwinden die Ableitungen von x2x^2 ab Ordnung 3. Für n≥1n\ge1 folgt:

f(n)(x)=(x2+2nx+n(n−1))ex.f^{(n)}(x)=\bigl(x^2+2nx+n(n-1)\bigr)e^x.

7. Wirtschaftliche Bedeutung

K′(x)K'(x) sind die Grenzkosten. Für kleine Änderungen gilt näherungsweise

ΔK≈K′(x)Δx.\Delta K\approx K'(x)\Delta x.

Bei K(x)=0,5x2+10x+100K(x)=0{,}5x^2+10x+100 ist K′(20)=30K'(20)=30. Das bedeutet ungefähr 30 Euro zusätzliche Kosten pro zusätzlichem Stück bei einer Menge von 20. Die exakte Änderung auf 21 Stück beträgt hier 30,5 Euro.

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  • Übungsblatt 6 - Ableitungen und Leibnitzregel.pdf
  • Lösungen Ableitungen Aufgaben 1 bis 4.pdf
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