Mengenlehre
Mengen beschreiben, verknüpfen und mit Intervallen rechnen.
Voraussetzungen: Zahlen vergleichen und einfache Ungleichungen lösen.
Das kannst du danach
- Element und Teilmenge unterscheiden
- Vereinigung, Schnitt, Differenz und Komplement bilden
- Intervalle und Mächtigkeiten bestimmen
1. Erst die Grundmenge festlegen
Die Grundmenge legt fest, welche Objekte überhaupt betrachtet werden. Eine Bedingung allein beschreibt noch nicht eindeutig die gesuchte Menge.
Nimm die Bedingung . Je nach Grundmenge ergibt sich eine andere Menge:
| Grundmenge | Elemente, die die Bedingung erfüllen |
|---|---|
| Positive natürliche Zahlen | |
| Natürliche Zahlen mit Null | |
| Negative ganze Zahlen | |
| Ganze Zahlen | |
| Reelle Zahlen | Das gesamte Intervall |
Wichtig für das Übungsblatt: Ob gilt, hängt von der im Kurs vereinbarten Konvention ab. Schreibe sie bei Aufgaben 1, 3 und 15 ausdrücklich dazu. Hier bezeichnet die positiven natürlichen Zahlen; enthält zusätzlich die Null.
Beispiel: „Zahlen kleiner als 10“
In erhältst du die endliche Menge . In gehören auch alle negativen ganzen Zahlen dazu:
In sind zusätzlich Brüche wie , und enthalten. Diese Menge lässt sich nicht als endliche Liste angeben:
Bezug zum Blatt: Aufgaben 1b und 3 prüfen genau diesen Wechsel der Grundmenge.
2. Mengen beschreiben und Elemente zählen
Eine Menge enthält Objekte, ihre Elemente. Reihenfolge und Wiederholungen sind unwichtig:
- Aufzählend: .
- Beschreibend: .
- Elementbeziehung: bedeutet „2 ist ein Element von A“.
- Mächtigkeit: ist die Anzahl verschiedener Elemente einer endlichen Menge.
Die Menge der Buchstaben eines Wortes enthält jeden Buchstaben nur einmal. Achte darauf, ob Groß- und Kleinbuchstaben als verschieden gelten.
Zahlen zuerst vereinfachen
Bevor du Mengen vergleichst, vereinfache Brüche, Wurzeln und Potenzen:
Klammern verändern das Ergebnis. quadriert die negative Zahl. Bei wird zuerst potenziert und danach das Minus angewendet.
Eine Menge ohne Elemente ist die leere Menge . Dagegen enthält ein Element, nämlich die leere Menge.
3. Teilmenge ist nicht Element
bedeutet: Jedes Element von A ist auch ein Element von B. Eine echte Teilmenge ist zusätzlich ungleich .
Die leere Menge ist Teilmenge jeder Menge. Sie ist aber nur dann Element einer Menge, wenn sie dort ausdrücklich vorkommt.
Verschachtelte Mengen richtig lesen
Für
gibt es genau drei Elemente:
- die leere Menge ,
- die Zahl ,
- die Menge .
Daher gelten und . Auch ist wahr, denn das einzige Element von , die Zahl , liegt in .
Eine Menge innerhalb einer Menge wird beim Zählen nicht „ausgepackt“. In liegen zwei Elemente, nicht drei.
Bezug zum Blatt: Aufgaben 16–19 drehen sich um diese Unterscheidung.
4. Schnitt, Vereinigung und Differenz
| Zeichen | Bedeutung | Prüf-Frage für ein Element |
|---|---|---|
| Schnitt | Liegt in beiden Mengen? | |
| Vereinigung | Liegt in mindestens einer Menge? | |
| Differenz | Liegt in , aber nicht in ? |
Für und gilt:
Die Differenz ist nicht vertauschbar: .
Geschachtelte Ausdrücke von innen nach außen
Bei :
- Berechne .
- Berechne .
- Entferne das Ergebnis aus Schritt 2 aus dem Ergebnis von Schritt 1.
- Schneide die verbleibende Menge mit .
So behältst du bei den Aufgaben 13–15 die Übersicht.
5. Komplementmenge: alles außerhalb von A, aber innerhalb von Ω
Das Komplement von A bezüglich der Grundmenge Ω besteht aus allen betrachteten Elementen, die nicht in liegen:
Andere Schreibweisen sind oder . Im Übungsblatt wird auch ein hochgestelltes verwendet.
Dieselbe Menge, anderes Komplement
Sei .
- Bei gilt .
- Bei gilt .
Ohne Grundmenge ist ein Komplement nicht eindeutig bestimmt. Eine Differenz nennt dagegen direkt die Menge , aus der entfernt wird.
Die Grundmenge aus dem Komplement rekonstruieren
Wenn und das Komplement bekannt ist, gilt
Für Aufgabe 8b gehst du deshalb so vor:
- Bestimme zuerst .
- Ergänze genau die Elemente des vorgegebenen Komplements.
- Weitere Elemente dürfen nicht in liegen, sonst würden auch sie zum Komplement gehören.
Regeln für Komplemente
De Morgan:
„Nicht in mindestens einer Menge“ bedeutet „in keiner der beiden“. „Nicht in beiden gleichzeitig“ bedeutet dagegen „mindestens eine Zugehörigkeit fehlt“.
6. Venn-Diagramme lesen und zeichnen
Das Rechteck stellt dar; Kreise stellen die Mengen dar. Auch der Bereich außerhalb aller Kreise gehört zur Grundmenge.
Für zwei Mengen gibt es vier Bereiche:
Für drei Mengen gibt es acht mögliche Zugehörigkeitskombinationen:
| Zugehörigkeit | Bereich |
|---|---|
| nur | |
| nur | |
| nur | |
| und , nicht | |
| und , nicht | |
| und , nicht | |
| alle drei | |
| keine der drei |
Genau zwei Mengen heißt: Vereinige die drei Bereiche mit genau zwei Zugehörigkeiten. Der Dreifachschnitt gehört nicht dazu.
Vorgehen bei einer blau markierten Fläche
Prüfe für jeden Bereich: innen oder außen bezüglich , und gegebenenfalls ? Beschreibe zuerst die einzelnen markierten Bereiche und vereinige sie anschließend. Du darfst mehrere gleichwertige Ausdrücke angeben.
Bezug zum Blatt: Aufgaben 10, 12, 20 und 21 verlangen Diagramme oder das Lesen markierter Flächen. Die Originalabbildungen bleiben bei den Aufgaben erhalten.
7. Potenzmengen systematisch bilden
Die Potenzmenge ist die Menge aller Teilmengen von , einschließlich und selbst.
Eine Menge mit Elementen hat Teilmengen:
Bei fünf Elementen listest du nach Größe: eine leere, fünf einelementige, zehn zweielementige, zehn dreielementige, fünf vierelementige und eine fünfelementige Teilmenge. Insgesamt sind das .
Für sind die Ausgangselemente die Menge und die Zahl . Es gibt vier Teilmengen, nicht acht.
8. Teilbarkeit, Quadratzahlen und kurze Beweise
bedeutet: teilt ohne Rest. Es bedeutet nicht .
In gehören auch negative Teiler dazu. Achte außerdem auf zusätzliche Bedingungen wie .
Der Schnitt zweier Mengen von Vielfachen besteht aus den Vielfachen des kleinsten gemeinsamen Vielfachen:
wobei der zugelassene Wertebereich von zur Grundmenge passen muss.
Beweis statt einzelner Beispiele
Drei aufeinanderfolgende natürliche Zahlen kannst du als schreiben:
Die Summe ist ein Vielfaches von 3. Das beweist die Aussage für alle erlaubten , statt sie nur an einzelnen Zahlen zu testen.
Vor dem Üben
- Welche Grundmenge gilt? Ist die Null in enthalten?
- Geht es um ein Element, eine Teilmenge oder eine Potenzmenge?
- Habe ich Zahlen und Brüche vor dem Mengenvergleich vereinfacht?
- Auf welche Grundmenge bezieht sich das Komplement?
- Habe ich bei Venn-Diagrammen den Bereich außerhalb aller Kreise berücksichtigt?
Jetzt selbst lösen
Rechne zunächst ohne Musterlösung. Nach der Auswertung siehst du jeden Rechenweg. Die offene Aufgabe bewertest du selbst anhand von drei Kriterien.
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- Übungsblatt 1 - Mengenlehre.pdf