Matrizen und Determinanten
Mit Matrizen rechnen, Inversen finden und lineare Systeme lösen.
Voraussetzungen: Grundrechenarten, Gleichungen und Vorzeichen sicher beherrschen.
Das kannst du danach
- Dimensionen vor jeder Rechnung prüfen
- Produkte, Transponierte, Spur und Inverse berechnen
- Determinanten und Cramersche Regel anwenden
- Matrixpotenzen und Polynome auswerten
1. Notation zuerst: Was bedeuten die Symbole?
In bezeichnet den Eintrag in Zeile und Spalte . Das doppelte in bedeutet daher: Wir nehmen die Hauptdiagonale.
Die Spur einer quadratischen Matrix ist die Summe dieser Diagonale:
Das große Sigma bedeutet „addiere“; unten steht der Startindex, oben der Endindex. Beispiel:
Die Determinante ist eine Zahl zu einer quadratischen Matrix. Ihr Betrag beschreibt den Flächen- oder Volumenfaktor der Abbildung . Wenn , wird der Raum zusammengedrückt: ist nicht invertierbar. Wenn , existiert und hat genau eine Lösung.
Für eine -Matrix gilt:
Inverse einer -Matrix
Die Inverse von wird mit bezeichnet. Sie „macht die Wirkung von rückgängig“. Deshalb müssen beide Produkte die Einheitsmatrix ergeben:
wobei
Für
gilt: ist genau dann invertierbar, wenn
Dann lautet die Formel:
Merke dir die Reihenfolge: Diagonalwerte vertauschen, die beiden anderen Vorzeichen wechseln, dann durch die Determinante teilen.
Beispiel mit :
Die Probe ist wichtig:
2. Dimensionen zuerst
Eine -Matrix besitzt Zeilen und Spalten. Der Eintrag steht in Zeile , Spalte .
Addition: Beide Matrizen müssen gleich groß sein. Multiplikation: Die inneren Dimensionen müssen übereinstimmen:
Bei einer Summe wie prüfst du zuerst die Größe von und vergleichst sie anschließend mit der Größe von .
Gleiche Matrizen haben dieselbe Größe und dieselben Einträge. Eine Matrixgleichung mit unbekannten Einträgen liefert deshalb ein Gleichungssystem.
2. Addition, Skalarmultiplikation und Spur
Addiere oder subtrahiere entsprechende Einträge. Ein Skalar multipliziert jeden Eintrag:
Die Spur einer quadratischen Matrix ist die Summe ihrer Hauptdiagonale:
3. Multiplizieren: Zeile mal Spalte
Für gilt
Vollständig vorgerechnetes Beispiel
ist im Allgemeinen nicht . Ein Produkt wird nicht eintragsweise gebildet.
Es gelten und , sofern die jeweiligen Dimensionen passen.
4. Transponieren
Bei werden Zeilen und Spalten vertauscht:
Typischer Fehler: Beim Transponieren eines Produkts muss sich die Reihenfolge umkehren.
5. Determinanten berechnen
Für eine -Matrix:
Für eine -Matrix kannst du nach der ersten Zeile entwickeln:
Für größere Matrizen verwendest du Laplace-Entwicklung oder Zeilenumformungen. Bei der Entwicklung nach Zeile gilt:
entsteht durch Streichen der Zeile und der Spalte . Wähle möglichst eine Zeile oder Spalte mit vielen Nullen.
| Operation | Wirkung auf die Determinante |
|---|---|
| Zwei Zeilen tauschen | Vorzeichenwechsel |
| Eine Zeile mit multiplizieren | Determinante wird mit multipliziert |
| Ein Vielfaches einer Zeile zu einer anderen addieren | Determinante bleibt gleich |
| Transponieren |
Bei Dreiecksmatrizen multiplizierst du die Diagonale. Die Sarrus-Regel gilt ausschließlich für , nicht für .
6. Inverse und Adjunkte
Eine quadratische Matrix ist genau dann invertierbar, wenn .
Beispiel und Probe
Für größere Matrizen: Berechne die Kofaktoren , transponiere die Kofaktormatrix und teile durch die Determinante:
Die Adjunkte ist die transponierte Kofaktormatrix.
7. Matrixgleichungen und Potenzen
und . Im Matrixpolynom ersetzt du konstante Zahlen durch Vielfache der Einheitsmatrix:
Für eine orthogonale Matrix gilt . Das hilft bei der trigonometrischen Matrix in Aufgabe 12 von Blatt 2, weil .
8. Lineare Gleichungssysteme und Cramer
Schreibe das System als . Falls , ist die Lösung eindeutig:
wobei aus durch Ersetzen der -ten Spalte durch entsteht.
Bei Parametern bestimmst du zuerst, für welche Parameterwerte die Determinante ungleich null ist. Nur dort darfst du mit der Cramerschen Regel dividieren.
- : genau eine Lösung.
- , inhomogenes System: keine oder unendlich viele Lösungen; weiter prüfen.
- , homogenes quadratisches System: unendlich viele Lösungen über .
Arbeitsweise für die Originalblätter: Dimensionen prüfen → Rechenregel notieren → rechnen → durch Einsetzen oder Multiplikation mit prüfen.
Jetzt selbst lösen
Rechne zunächst ohne Musterlösung. Nach der Auswertung siehst du jeden Rechenweg. Die offene Aufgabe bewertest du selbst anhand von drei Kriterien.
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Themen und Dateinamen aus Moodle, geprüft am 06.09.2026. Die Lerntexte und das Training hier wurden ergänzend erstellt und sind keine offizielle Musterprüfung.
- Übungsblatt 2- Matrizen.pdf
- Übungsblatt 2, Aufgaben 3-6 Lösungen.pdf
- Übungsblatt 3-Determinanten und Cramerische Regel.pdf