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Matrizen und Determinanten

Mit Matrizen rechnen, Inversen finden und lineare Systeme lösen.

Voraussetzungen: Grundrechenarten, Gleichungen und Vorzeichen sicher beherrschen.

Das kannst du danach

  • Dimensionen vor jeder Rechnung prüfen
  • Produkte, Transponierte, Spur und Inverse berechnen
  • Determinanten und Cramersche Regel anwenden
  • Matrixpotenzen und Polynome auswerten
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1. Notation zuerst: Was bedeuten die Symbole?

In A=(aij)A=(a_{ij}) bezeichnet aija_{ij} den Eintrag in Zeile ii und Spalte jj. Das doppelte ii in aiia_{ii} bedeutet daher: Wir nehmen die Hauptdiagonale.

Die Spur einer quadratischen Matrix ist die Summe dieser Diagonale:

sp⁡(A)=∑i=1naii=a11+a22+⋯+ann.\operatorname{sp}(A)=\sum_{i=1}^{n}a_{ii}=a_{11}+a_{22}+\dots+a_{nn}.

Das große Sigma ∑\sum bedeutet „addiere“; unten steht der Startindex, oben der Endindex. Beispiel:

A=(270−134569)⟹sp⁡(A)=2+3+9=14.A=\begin{pmatrix}2&7&0\\-1&3&4\\5&6&9\end{pmatrix}\quad\Longrightarrow\quad \operatorname{sp}(A)=2+3+9=14.

Die Determinante det⁡(A)\det(A) ist eine Zahl zu einer quadratischen Matrix. Ihr Betrag beschreibt den Flächen- oder Volumenfaktor der Abbildung x↦Axx\mapsto Ax. Wenn det⁡(A)=0\det(A)=0, wird der Raum zusammengedrückt: AA ist nicht invertierbar. Wenn det⁡(A)≠0\det(A)\ne0, existiert A−1A^{-1} und Ax=bAx=b hat genau eine Lösung.

Für eine 2×22\times2-Matrix gilt:

det⁡(abcd)=ad−bc.\det\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}=ad-bc.

Inverse einer 2×22\times2-Matrix

Die Inverse von AA wird mit A−1A^{-1} bezeichnet. Sie „macht die Wirkung von AA rückgängig“. Deshalb müssen beide Produkte die Einheitsmatrix ergeben:

AA−1=IundA−1A=I,AA^{-1}=I\qquad\text{und}\qquad A^{-1}A=I,

wobei

I=(1001).I=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}.

Für

A=(abcd)A=\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}

gilt: AA ist genau dann invertierbar, wenn

det⁡(A)=ad−bc≠0.\det(A)=ad-bc\ne0.

Dann lautet die Formel:

A−1=1ad−bc(d−b−ca).A^{-1}=\frac{1}{ad-bc}\begin{pmatrix}d&-b\\-c&a\end{pmatrix}.

Merke dir die Reihenfolge: Diagonalwerte vertauschen, die beiden anderen Vorzeichen wechseln, dann durch die Determinante teilen.

Beispiel mit A=(3152)A=\begin{pmatrix}3&1\\5&2\end{pmatrix}:

det⁡(A)=3⋅2−1⋅5=1,\det(A)=3\cdot2-1\cdot5=1,

A−1=(2−1−53).A^{-1}=\begin{pmatrix}2&-1\\-5&3\end{pmatrix}.

Die Probe ist wichtig:

AA−1=(3152)(2−1−53)=(1001)=I.AA^{-1}=\begin{pmatrix}3&1\\5&2\end{pmatrix}\begin{pmatrix}2&-1\\-5&3\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}=I.

2. Dimensionen zuerst

Eine m×nm\times n-Matrix besitzt mm Zeilen und nn Spalten. Der Eintrag aija_{ij} steht in Zeile ii, Spalte jj.

A=(123456)⇒A ist 2×3,a23=6.A=\begin{pmatrix}1&2&3\\4&5&6\end{pmatrix} \quad\Rightarrow\quad A\text{ ist }2\times3,\quad a_{23}=6.

Addition: Beide Matrizen müssen gleich groß sein. Multiplikation: Die inneren Dimensionen müssen übereinstimmen:

(m×n)⋅(n×p)⟶(m×p).(m\times n)\cdot(n\times p)\longrightarrow(m\times p).

Bei einer Summe wie AC+DAC+D prüfst du zuerst die Größe von ACAC und vergleichst sie anschließend mit der Größe von DD.

Gleiche Matrizen haben dieselbe Größe und dieselben Einträge. Eine Matrixgleichung mit unbekannten Einträgen liefert deshalb ein Gleichungssystem.

2. Addition, Skalarmultiplikation und Spur

Addiere oder subtrahiere entsprechende Einträge. Ein Skalar multipliziert jeden Eintrag:

2(1234)−(2012)=(0456).2\begin{pmatrix}1&2\\3&4\end{pmatrix} -\begin{pmatrix}2&0\\1&2\end{pmatrix} =\begin{pmatrix}0&4\\5&6\end{pmatrix}.

Die Spur einer quadratischen Matrix ist die Summe ihrer Hauptdiagonale:

sp⁡(A)=∑iaii,sp⁡(cA)=csp⁡(A).\operatorname{sp}(A)=\sum_i a_{ii},\qquad \operatorname{sp}(cA)=c\operatorname{sp}(A).

3. Multiplizieren: Zeile mal Spalte

Für C=ABC=AB gilt

cij=∑k=1naikbkj.c_{ij}=\sum_{k=1}^{n}a_{ik}b_{kj}.

Vollständig vorgerechnetes Beispiel

(1234)(2012)=(1⋅2+2⋅11⋅0+2⋅23⋅2+4⋅13⋅0+4⋅2)=(44108).\begin{pmatrix}1&2\\3&4\end{pmatrix} \begin{pmatrix}2&0\\1&2\end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1\cdot2+2\cdot1&1\cdot0+2\cdot2\\ 3\cdot2+4\cdot1&3\cdot0+4\cdot2 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix}4&4\\10&8\end{pmatrix}.

ABAB ist im Allgemeinen nicht BABA. Ein Produkt wird nicht eintragsweise gebildet.

Es gelten A(BC)=(AB)CA(BC)=(AB)C und A(B+C)=AB+ACA(B+C)=AB+AC, sofern die jeweiligen Dimensionen passen.

4. Transponieren

Bei ATA^T werden Zeilen und Spalten vertauscht:

(123456)T=(142536).\begin{pmatrix}1&2&3\\4&5&6\end{pmatrix}^T =\begin{pmatrix}1&4\\2&5\\3&6\end{pmatrix}. (A+B)T=AT+BT,(AB)T=BTAT,(AT)T=A.(A+B)^T=A^T+B^T,\qquad (AB)^T=B^TA^T,\qquad (A^T)^T=A.

Typischer Fehler: Beim Transponieren eines Produkts muss sich die Reihenfolge umkehren.

5. Determinanten berechnen

Für eine 2×22\times2-Matrix:

det⁡(abcd)=ad−bc.\det\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}=ad-bc.

Für eine 3×33\times3-Matrix kannst du nach der ersten Zeile entwickeln:

det⁡(abcdefghi)=a(ei−fh)−b(di−fg)+c(dh−eg).\det\begin{pmatrix}a&b&c\\d&e&f\\g&h&i\end{pmatrix} =a(ei-fh)-b(di-fg)+c(dh-eg).

Für größere Matrizen verwendest du Laplace-Entwicklung oder Zeilenumformungen. Bei der Entwicklung nach Zeile ii gilt:

det⁡(A)=∑jaij(−1)i+jdet⁡(Mij).\det(A)=\sum_j a_{ij}(-1)^{i+j}\det(M_{ij}).

MijM_{ij} entsteht durch Streichen der Zeile ii und der Spalte jj. Wähle möglichst eine Zeile oder Spalte mit vielen Nullen.

OperationWirkung auf die Determinante
Zwei Zeilen tauschenVorzeichenwechsel
Eine Zeile mit cc multiplizierenDeterminante wird mit cc multipliziert
Ein Vielfaches einer Zeile zu einer anderen addierenDeterminante bleibt gleich
Transponierendet⁡(AT)=det⁡(A)\det(A^T)=\det(A)

Bei Dreiecksmatrizen multiplizierst du die Diagonale. Die Sarrus-Regel gilt ausschließlich für 3×33\times3, nicht für 4×44\times4.

6. Inverse und Adjunkte

Eine quadratische Matrix ist genau dann invertierbar, wenn det⁡(A)≠0\det(A)\ne0.

(abcd)−1=1ad−bc(d−b−ca).\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}^{-1} =\frac1{ad-bc}\begin{pmatrix}d&-b\\-c&a\end{pmatrix}.

Beispiel und Probe

A=(3152),det⁡(A)=1,A−1=(2−1−53).A=\begin{pmatrix}3&1\\5&2\end{pmatrix}, \quad \det(A)=1, \quad A^{-1}=\begin{pmatrix}2&-1\\-5&3\end{pmatrix}. AA−1=(6−5−3+310−10−5+6)=I.AA^{-1}=\begin{pmatrix}6-5&-3+3\\10-10&-5+6\end{pmatrix}=I.

Für größere Matrizen: Berechne die Kofaktoren Cij=(−1)i+jdet⁡(Mij)C_{ij}=(-1)^{i+j}\det(M_{ij}), transponiere die Kofaktormatrix und teile durch die Determinante:

adj⁡(A)=CT,A−1=adj⁡(A)det⁡(A).\operatorname{adj}(A)=C^T,\qquad A^{-1}=\frac{\operatorname{adj}(A)}{\det(A)}.

Die Adjunkte ist die transponierte Kofaktormatrix.

7. Matrixgleichungen und Potenzen

AX=B⇒X=A−1B,XA=B⇒X=BA−1.AX=B\Rightarrow X=A^{-1}B,\qquad XA=B\Rightarrow X=BA^{-1}. (AB)−1=B−1A−1,(cA)−1=1cA−1(c≠0).(AB)^{-1}=B^{-1}A^{-1},\qquad (cA)^{-1}=\frac1c A^{-1}\quad(c\ne0).

A3=A⋅A⋅AA^3=A\cdot A\cdot A und A−3=(A−1)3A^{-3}=(A^{-1})^3. Im Matrixpolynom ersetzt du konstante Zahlen durch Vielfache der Einheitsmatrix:

p(x)=x2−2x+1⇒p(A)=A2−2A+I.p(x)=x^2-2x+1 \quad\Rightarrow\quad p(A)=A^2-2A+I.

Für eine orthogonale Matrix gilt A−1=ATA^{-1}=A^T. Das hilft bei der trigonometrischen Matrix in Aufgabe 12 von Blatt 2, weil cos⁡2θ+sin⁡2θ=1\cos^2\theta+\sin^2\theta=1.

8. Lineare Gleichungssysteme und Cramer

Schreibe das System als Ax=bAx=b. Falls det⁡(A)≠0\det(A)\ne0, ist die Lösung eindeutig:

xi=det⁡(Ai)det⁡(A),x_i=\frac{\det(A_i)}{\det(A)},

wobei AiA_i aus AA durch Ersetzen der ii-ten Spalte durch bb entsteht.

Bei Parametern bestimmst du zuerst, für welche Parameterwerte die Determinante ungleich null ist. Nur dort darfst du mit der Cramerschen Regel dividieren.

  • det⁡(A)≠0\det(A)\ne0: genau eine Lösung.
  • det⁡(A)=0\det(A)=0, inhomogenes System: keine oder unendlich viele Lösungen; weiter prüfen.
  • det⁡(A)=0\det(A)=0, homogenes quadratisches System: unendlich viele Lösungen über R\mathbb R.

Arbeitsweise für die Originalblätter: Dimensionen prüfen → Rechenregel notieren → rechnen → durch Einsetzen oder Multiplikation mit II prüfen.

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Themen und Dateinamen aus Moodle, geprüft am 06.09.2026. Die Lerntexte und das Training hier wurden ergänzend erstellt und sind keine offizielle Musterprüfung.

  • Übungsblatt 2- Matrizen.pdf
  • Übungsblatt 2, Aufgaben 3-6 Lösungen.pdf
  • Übungsblatt 3-Determinanten und Cramerische Regel.pdf
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