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Makroökonomie

Zielgrößen der Makroökonomik

Das magische Viereck und die Indikatoren für Wachstum, Beschäftigung und Preisniveau.

Das magische Viereck

Die Ziele der Wirtschaftspolitik wurden in Deutschland 1967 im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz verankert. Bund und Bundesländer sollen zum Erreichen der Ziele beitragen.

„Magisch“ heißt: Zwischen den Zielen bestehen Zielkonflikte, sie lassen sich nicht alle gleichzeitig maximieren.

ZielIndikatorTypischer Zielkonflikt
stetiges und angemessenes WirtschaftswachstumVeränderungsrate des BIPWachstum kann Umwelt und Verteilung belasten
stabiles PreisniveauInflationsrate (Laspeyres-Index)expansive Politik kann Preise erhöhen
hoher BeschäftigungsstandArbeitslosenquotekurzfristig Spannung zur Inflationsbekämpfung
außenwirtschaftliches GleichgewichtAußenbeitragstarkes Wachstum kann Importe erhöhen

Das Ziel außenwirtschaftliches Gleichgewicht spielt heute kaum noch eine Rolle. Im erweiterten magischen Viereck kommen gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung sowie Umweltschutz hinzu.

Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum

Indikator: Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts („Wachstumsrate“).

Warum ist ein hohes BIP wünschenswert? Die Annahme lautet: mehr Produktion bedeutet bessere Güterversorgung. Das BIP gilt als Maß für den Lebensstandard und sichert einen hohen Beschäftigungsstand – die Arbeitsproduktivität steigt jährlich um etwa 1 %.

  • BIP: alle produzierten Güter und Dienstleistungen in einem Land („Güterberg“).
  • In der Regel interessiert das BIP pro Kopf.
  • Zu unterscheiden sind nominales und reales BIP (Herausrechnung von Preissteigerungen).
  • „stetig“ heißt: keine großen Schwankungen.
  • „angemessen“ heißt: man erwartet Wachstum, legt aber nicht fest, wie hoch.

„Stetig“ und „angemessen“ sind unklare Begriffe. Die Zielüberprüfung ist dadurch schwierig.

Hoher Beschäftigungsstand

Indikator: die Arbeitslosenquote.

Arbeitslosenquote=Anzahl der Arbeitslosen(zivile) Erwerbspersonen\text{Arbeitslosenquote}=\frac{\text{Anzahl der Arbeitslosen}}{\text{(zivile) Erwerbspersonen}}

Erwerbspersonen sind Personen im arbeitsfähigen Alter.

  • Wer gilt als arbeitslos (Definition der Bundesagentur für Arbeit)? Wer nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht oder nur kurzfristig beschäftigt ist,
  • der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht,
  • nicht arbeitsunfähig erkrankt ist,
  • arbeitssuchend ist,
  • und nicht an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilnimmt.

Als „hoher Beschäftigungsstand“ gilt eine Arbeitslosenquote von etwa 4 % – denn es gibt immer bestimmte Formen von Arbeitslosigkeit, etwa Such-, saisonale und freiwillige Arbeitslosigkeit. Warum ist das Ziel wichtig? Sicherung des Lebensunterhalts.

Stabiles Preisniveau

Indikator: die Inflationsrate.

Die Inflationsrate misst die Veränderung des Preisniveaus über die Zeit. Sie basiert auf dem Laspeyres-Index und misst die Preisentwicklung der von einem durchschnittlichen Konsumenten gekauften Güter.

  • Etwa 2 % gelten als unproblematisch und normal.
  • Warum ist eine niedrige Inflationsrate wünschenswert? Weil Geld sonst seine Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion verliert.

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Antworte erst selbst, dann öffne die Erklärung.

Welche vier Ziele enthält das magische Viereck?

Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum, stabiles Preisniveau, hoher Beschäftigungsstand und außenwirtschaftliches Gleichgewicht.

Warum heißt es „magisches“ Viereck?

Weil zwischen den Zielen Zielkonflikte bestehen und sie sich nicht alle gleichzeitig maximieren lassen.

Wann wurden die Ziele festgelegt?

1967 im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz.

Wie berechnet man die Arbeitslosenquote?

Anzahl der Arbeitslosen geteilt durch die (zivilen) Erwerbspersonen.

Quelle: Zielgrößen in der Makroökonomik · ISSK