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Grundlagen

Gegenstand der Ökonomie

Bedürfnisse, Güter, Knappheit, Opportunitätskosten und das ökonomische Prinzip.

Die Definition

Die Ökonomie beschäftigt sich mit der effizienten Verwendung knapper Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.

Diese Definition ist komplex; ihre vier Elemente – Bedürfnisse, Güter, Knappheit und Effizienz – werden im Folgenden einzeln betrachtet.

1. Bedürfnisse

Menschen haben Bedürfnisse (Wünsche), die befriedigt werden müssen.

  • Bedürfnisse resultieren aus dem Gefühl eines Mangels und dem Wunsch, diesen Mangel zu beseitigen.
  • Woher die Bedürfnisse kommen, ist nicht Gegenstand der Wirtschaftswissenschaft – sie gelten als Ausgangstatsache.
  • Die Befriedigung eines Bedürfnisses führt zu einem Nutzen.

Beispiele

  • Hunger, Durst, „Dach über dem Kopf“, Erholung

2. Güter

Die Befriedigung von Bedürfnissen erfolgt mit Hilfe von Gütern. Güter sind der Oberbegriff für alle Waren und Dienstleistungen.

Güterarten

ArtBeschreibungBeispiel
Dienstleistungenunmittelbare Leistung einer PersonArbeit eines Arztes oder Lehrers
Konsumgüterwerden direkt zur Bedürfnisbefriedigung eingesetztBrot, Wasser
Produktionsgüterwerden benutzt, um andere Güter herzustellenMaschine, Werkzeug

Konsum- und Produktionsgüter sind beides Sachgüter.

Beispiele

  • Hunger → Brot
  • Durst → Wasser
  • „Dach über dem Kopf“ → Wohnung
  • Erholung → Urlaubsreise

3. Knappheit

Fast alle Güter sind knapp: Sie sind nur in beschränktem Umfang vorhanden und damit nicht frei verfügbar. Deshalb können nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden.

Es steht jeweils nur eine bestimmte Menge an Gütern zur Verfügung, und die Bedürfnisse der Menschen sind größer als diese Menge.

  • Aus der Knappheit folgt: Man muss entscheiden, was in welchem Umfang produziert und konsumiert wird.
  • Neben knappen Gütern gibt es einige wenige freie Güter.

Beispiele

  • Produziere ich mehr Brot oder mehr Autos?

4. Opportunitätskosten

Knappheit zwingt zur Abwägung zwischen Alternativen: Kaufe ich ein Auto, um schneller zum ISSK zu kommen, oder fahre ich von diesem Geld in den Urlaub?

  • Durch die Notwendigkeit, sich für eine Alternative zu entscheiden, entstehen Kosten – die Opportunitätskosten.
  • Opportunitätskosten sind die Kosten des Verzichts auf die nächstbeste Alternative.
  • Man wählt die Alternative mit den geringsten Opportunitätskosten → ökonomisches Prinzip.

Beispiele

  • Die Zeit, die man für das Lernen aufbringt, geht für die Freizeit verloren.

5. Effizienz: das ökonomische Prinzip

PrinzipIdeeFix / variabelBeispiel
Minimalprinzipein bestimmtes Ziel mit dem geringstmöglichen Aufwand erreichenOutput fix, Input variabeldie FSP im Fach VWL mit 1,0 bestehen, dafür aber möglichst wenig lernen
Maximalprinzipmit einem bestimmten Aufwand das größtmögliche Ziel erreichenInput fix, Output variabelnur 5 Stunden pro Woche lernen, damit aber eine möglichst gute FSP ablegen

Annahme der Ökonomie: Menschen orientieren sich am ökonomischen Prinzip, verhalten sich also rational.

Ein häufiger Fehler: beides gleichzeitig zu maximieren („mit minimalem Aufwand den maximalen Ertrag“) ist kein gültiges Prinzip – entweder Input oder Output ist fix.

Zusammenfassung

Die Ökonomie beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen der Knappheit der Güter einerseits und den (unbegrenzten) Bedürfnissen der Menschen andererseits.

Produktion und Verwendung der Güter sollen effizient erfolgen, sodass möglichst viele Bedürfnisse befriedigt werden können.

Teilgebiete und typische Fragen

TeilgebietGegenstand
MikroökonomieVerhalten einzelner Wirtschaftssubjekte: Haushalte (Konsumenten), Unternehmen (Produzenten) und ihr Zusammenspiel auf einzelnen Märkten
MakroökonomieGesamtwirtschaft, gemessen an Größen wie BIP, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum und Inflation
Wirtschaftspolitikstaatliche Eingriffe: Ordnungspolitik, Fiskalpolitik (Steuern und Staatsausgaben), Reaktionen bei Marktversagen
Internationale WirtschaftsbeziehungenAußenhandel, Globalisierung, Wechselkurse, Handelsabkommen

Marktformen in der Mikroökonomie: Monopol (ein Anbieter, viele Nachfrager), Oligopol (wenige Anbieter), Polypol (viele Anbieter und Nachfrager).

Beispiele

  • Warum kommt es zu Inflation und wie kann sie kontrolliert werden?
  • Welche Faktoren bestimmen das Wirtschaftswachstum eines Landes?
  • Wie erfolgt die Befriedigung von Bedürfnissen?
  • Warum kommt es zu Marktversagen und wie kann der Staat eingreifen?
  • Welche Rolle spielt der internationale Handel für das Wachstum eines Landes?

Aktiv wiederholen

Antworte erst selbst, dann öffne die Erklärung.

Wie lautet die Definition der Ökonomie?

Die Ökonomie beschäftigt sich mit der effizienten Verwendung knapper Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.

Was sind Opportunitätskosten?

Die Kosten des Verzichts auf die nächstbeste Alternative.

Worin unterscheiden sich Minimal- und Maximalprinzip?

Beim Minimalprinzip ist der Output fix und der Input variabel; beim Maximalprinzip ist der Input fix und der Output variabel.

Was unterscheidet Mikro- von Makroökonomie?

Die Mikroökonomie betrachtet einzelne Wirtschaftssubjekte und Märkte, die Makroökonomie die Gesamtwirtschaft mit Größen wie BIP, Arbeitslosigkeit und Inflation.

Quelle: Gegenstand der Ökonomie · Dr. Tatjana Rudi, ISSK