Nebensätze
Relativsätze
Relativpronomen nach Genus und Kasus, wo/wohin/woher, was/wo(r)- und der freie Relativsatz.
Grundregel
Der Relativsatz bezieht sich auf ein Nomen, das Bezugswort. Das Relativpronomen übernimmt von ihm Genus und Zahl.
Der Kasus dagegen kommt nicht vom Bezugswort, sondern wird im Relativsatz selbst bestimmt – durch das Verb oder die Präposition dort.
Außer im Genitiv und im Dativ Plural sind die Relativpronomen mit dem bestimmten Artikel identisch.
Die Formen
Relativpronomen nach Genus und Kasus
| Kasus | maskulin | neutral | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | das | die | die |
| Akkusativ | den | das | die | die |
| Dativ | dem | dem | der | denen |
| Genitiv | dessen | dessen | deren | deren |
Nach dem Genitiv folgt das Nomen ohne Artikel: der Mann, dessen Frau meine Freundin ist.
Beispiele
- Ich spreche mit einem Mann, der aus Peru kommt. (Nominativ)
- … den ich seit langer Zeit kenne. (Akkusativ)
- … dem ich vertrauen kann. (Dativ)
- … dessen Frau meine Freundin ist. (Genitiv)
- … auf den ich mich immer verlassen kann. (Präposition + Akkusativ)
Ortsangaben: wo, wohin, woher
Bei Orten kann „Präposition + Relativpronomen“ durch wo / wohin / woher ersetzt werden – das ist kürzer.
- wo = in + Dativ (Ort): Ich fahre in eine kleine Stadt, wo sich die Leute noch persönlich kennen.
- wohin = in + Akkusativ (Richtung): … wohin ich gern umziehen würde.
- woher = aus + Dativ (Ausgangspunkt): … woher meine Großeltern stammen.
Nach Städte- und Ländernamen steht immer wo/wohin/woher: Sie zog nach Berlin, wo ihre Schwester lebt.
was und wo(r)- nach Indefinitpronomen
Bezieht sich der Relativsatz auf alles, nichts, etwas, vieles oder einen substantivierten Superlativ, steht „was“ – bei einem Verb mit Präposition „wo(r)-“.
Beispiele
- Ich verstehe alles, was der Lehrer erklärt.
- Das ist das Beste, was uns passieren konnte.
- Es gibt noch vieles, wofür ich mich interessiere.
- Er erzählte mir etwas, worüber ich noch lange nachgedacht habe.
Nach jemand, niemand und keiner steht dagegen der/den/dem: Vor der Tür steht jemand, der dich sprechen möchte.
Der freie Relativsatz mit wer
Ist keine bestimmte Person gemeint, gibt es kein Bezugswort. Der Satz beginnt dann normalerweise mit dem Relativsatz.
- Der Kasus von „wer“ richtet sich nach dem Relativsatz, der von „der/dem/den“ nach dem Hauptsatz.
- Sind beide Kasus gleich (Nominativ), kann das Korrelat wegfallen.
Beispiele
- Wer geistig fit bleiben will, (der) kann bei diesem Spiel mitmachen.
- Wer solche Erfahrungen gemacht hat, dem soll geholfen werden.
- Wen der Arzt gestern untersucht hat, der wird heute operiert.
- Wem es hier gefällt, der kann länger bleiben.
Bezug auf den ganzen Hauptsatz
Bezieht sich der Relativsatz nicht auf ein einzelnes Nomen, sondern auf die gesamte Aussage, steht „was“ bzw. „wo(r)-“.
Beispiele
- In unserem Büro wird viel geraucht, was ich unerträglich finde.
- Endlich wurde mein Auto repariert, worauf ich lange gewartet habe.
- Lena ist wieder gesund, worüber wir uns alle sehr gefreut haben.
Der Relativsatz folgt möglichst direkt auf sein Bezugswort. Folgen danach nur noch ein bis zwei Wörter, beendet man besser zuerst den Hauptsatz.